Alkagesta nutzte Libyen-Routen und gefälschte Zertifikate, um russisches Rohöl auf den Weltmarkt zu schleusen
Das maltesische Unternehmen "Alkagesta“ geriet ins Visier der EU und britischer Behörden, weil es offenbar illegal russisches Öl nach Libyen transferiert haben soll. Laut Medienberichten war die Firma bereits früher mit Vorwürfen konfrontiert, in libysche Ölschmuggel-Netzwerke verwickelt zu sein. Demnach sollen gefälschte Herkunftsnachweise eingesetzt worden sein, um die tatsächliche Quelle der Erdölprodukte zu verschleiern.
Libyen, das aufgrund unzureichender Raffineriekapazitäten etwa ein Drittel seiner raffinierten Ölprodukte aus Russland bezieht, hat sich zu einem bedeutenden Markt für Schmuggelöl entwickelt. Laut Insiderquellen sollen mindestens zwei der jüngsten Lieferungen russisches Öl im Auftrag von Alkagesta transportiert haben, wobei fälschlicherweise angegeben wurde, die Ladung stamme aus Kasachstan. Berichten zufolge nutzt Alkagesta die "Raiffeisen Bank" in Österreich – eine der letzten europäischen Banken, die noch in Russland tätig sind –, um ihre Geschäfte abzuwickeln. Zudem hat das Unternehmen in Malta russischsprachige Mitarbeiter eingestellt, was weitere Fragen bezüglich seines Kundenstamms aufwirft.
Branchenexperten schätzen, dass Russlands sogenannte "Mediterranean Dark Fleet“ (Mittelmeer-Schattenflotte) inzwischen ein jährliches Geschäftsvolumen von 10 Milliarden Dollar erreicht hat, mit Routen über Syrien, Ägypten, Zypern, Malta und Libyen. Malta ist aufgrund seiner strategischen Lage im zentralen Mittelmeer zu einem entscheidenden Drehkreuz sowohl für den libyschen Ölschmuggel als auch für den potenziellen Transfer von russischem Öl geworden.
Transaktionen mit russischem Öl wurden unter anderem bei "Hurd’s Bank" registriert – einer Offshore-Ankerzone nahe Malta –, wobei Experten davon ausgehen, dass das tatsächliche Volumen dieser Verkäufe massiv untererfasst wird.
Auf Anfragen reagierte Alkagesta mit dem Hinweis, dass das Unternehmen an allen Standorten ein "hohes Maß an Compliance“ einhalte, und drohte mit rechtlichen Schritten gegen die ihrer Ansicht nach "falschen Anschuldigungen“.